Stand: Juni 2018


Pädagogisches Konzept

1.     Leitbild

Wir sehen und unterstützen unsere Kinder in ihrer ganzheitlichen Persönlichkeit und individuellen Entwicklung. Sie sind kreative und phantasievolle Wesen, die Hilfestellungen und einen klaren transparenten Rahmen benötigen. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen können sie ihre Selbständigkeit entwickeln, Verantwortung übernehmen und ihre Lebenswelt mitgestalten.

Das pädagogische Team ist jederzeit ein verlässlicher, authentischer und einfühlsamer Begleiter der Kinder. Dabei schaffen wir die nötigen Freiräume, geben Sicherheit und sind bei Bedarf Impulsgeber, -nehmer und -verwandler.

Die Igelchen sind eine altersgemischte Einrichtung für 1- bis 6-Jährige. Dadurch erfahren die Kinder Kontinuität, da Beziehungen langfristig aufgebaut und gelebt werden können. Kleine und große Kinder lernen gegenseitig voneinander und übernehmen Verantwortung füreinander.

Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich am Situationsansatz, d.h. es wird das Ziel verfolgt die Kinder darin zu unterstützen ihre Lebenswelt zu verstehen und diese selbstbestimmt, kompetent und verantwortungsvoll zu gestalten. Dazu werden in der Kita zielgerichtet alltägliche Lebenssituationen der Kinder aufgegriffen. Zusammen mit den Kindern werden sich ergebende Spielsituationen unterstützt und weitergeführt und ggf. Projekte gestaltet. Wir berücksichtigen dabei in besonderem Maße die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder sowie deren familiären, sozialen und kulturellen Hintergrund sowie den jeweiligen Entwicklungsstand eines jeden Einzelnen.

Wir geben den Kindern Raum herauszufinden, was sie gerne tun möchten ohne immer ein Programm anzubieten. Dies kann kurzzeitig zu Langeweile oder Frustration führen. Finden die Kinder dann jedoch eigenständig Aktivitäten, fördert das die Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Kreativität. Hierbei ist das Freispiel der Kinder ein bedeutender und wichtiger Bestandteil des Gruppenalltags.

2.     Struktur der Igelchen

2.1.      Wer wir sind

Die Igelchen sind eine Elterninitiative, die im September 2012 gegründet wurde. Wir haben eine Betriebserlaubnis für 18 Kinder im Alter von einem Jahr bis zur Einschulung. Wir versuchen die Gruppenstruktur ausgewogen nach Alter und Geschlecht der Kinder zu gestalten, Geschwisterkinder werden bevorzugt.

Träger der Kita Igelchen ist der gemeinnützige Verein „Igelchen e.V.“ VR 204242. Mitglieder des Vereins sind die Eltern der betreuten Kinder.

2.2.      Lage und Räumlichkeiten

Unsere Elterninitiative befindet sich im Ortsteil Sendling, Fallstraße 22 in 81369 München.

Durch Hilfe der Eltern sind gemütliche Räume entstanden, die den Kindern und dem Team als Basispunkt dienen. Wir verfügen über einen großen Gruppenraum, ein Bad sowie eine Garderobe.

In der unmittelbaren Umgebung befinden sich mehrere Spielplätze sowie Bus und S- Bahnstationen.

2.3.      Förderung und Finanzierung

Die Basis der Finanzierung bildet die Förderung durch das BayKiBiG. Seit Januar 2016 erhalten wir Zuschüsse durch die EKI-Förderung der Stadt München. Beitragsermäßigungen können bei der zuständigen wirtschaftlichen Jugendhilfe (WJH) beantragt werden.

2.4.      Öffnungszeiten und Schließtage

Die Igelchen sind eine Kita die ganztags geöffnet ist.  Die Schließtage (ca. 15 Tage / Kindergartenjahr) werden von der Elternversammlung festgelegt.

2.5.      Personal

Unsere Kinder werden von zwei Erzieherinnen, einer Kinderpflegerin und einer Praktikantin betreut.

Wöchentliche Teamgespräche ermöglichen unseren Betreuern den fachlichen Austausch.

Das pädagogische Personal nimmt regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil. Supervisionen werden bei Bedarf ermöglicht.

3.     Bildungs- und Erziehungsziele

Grundlage für unsere pädagogische Arbeit ist der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan. Die folgenden pädagogischen Schwerpunkte liegen uns besonders am Herzen:

3.1.      Empathie und gegenseitige Achtung

Im Alltag lernen unsere Kinder sich gegenseitig zu helfen und miteinander, aber insbesondere mit den jüngeren Kindern, rücksichtsvoll umzugehen.

Wir legen Wert auf einen freundlichen Umgangston, wertschätzende Umgangsformen sowie auf Offenheit und Akzeptanz für jeden Menschen mit seiner individuellen kulturellen Prägung und seinen jeweiligen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Da wir nur einen Gruppenraum haben, ist es derzeit schwierig einen integrativen Platz anzubieten. Wir bemühen uns um die Diskussion und Realisierung konkreter Einzelfälle.

Wir sind uns unserer Vorbildwirkung bewusst und bemühen uns, ihnen dementsprechende positive Verhaltensmuster vorzuleben. Das Erlangen wertschätzender Umgangsformen unterstützen wir darüber hinaus durch kreative Formen wie Theater, Bilderbuchbetrachtungen und Rollenspiele.

In Konfliktsituationen begleiten wir die Kinder bei Bedarf und helfen ihnen, alternative Handlungsweisen zu finden.

3.2.      Selbstständigkeit / Selbstbewusstsein

Von klein auf sind Kinder eigenmotiviert und möchten Dinge selbst tun und bewältigen. Nur durch Selbständigkeit können sie ihre Persönlichkeit ungehemmt entfalten und entwickeln sowie Selbstwirksamkeit, Selbstbewusstsein, Wahrnehmung des eigenen Geschlechts und Selbstwert erfahren. Selbstständigkeit ist der einzige Weg in ein unabhängiges Leben. Dieser Prozess besteht aus unzähligen kleinen Schritten, welche wir täglich unterstützen. Das Team bietet den Kindern aller Altersstufen die unterschiedlichsten Möglichkeiten Selbständigkeit und Selbstverantwortung zu erlernen.

Dies geschieht durch:

·         Anregung zum Erwerb lebenspraktischer Fähigkeiten wie z.B. das eigenständige An- und Ausziehen

·         Übernahme von Aufträgen und Ämtern

·         Freie Wahl von Spielmaterial, Spielpartnern, Ort und Zeit innerhalb gegebener Richtlinien. Dabei werden die Kinder in ihrer Auswahl nicht bezüglich ihres Geschlechts eingegrenzt oder bewertet.

·         Hilfestellung bei der Wahrnehmung und Formulierung der eigenen Gefühle sowie bei der Äußerung und Umsetzung von sich darauf beziehender Bedürfnisse

·         Wertfreie Begleitung der sexuellen Entwicklung und Unterstützung in der Wahrnehmung und Äußerung eigener Bedürfnisse und Grenzen

·         Aufstellen gemeinsamer Gruppenregeln und Achten auf deren Einhaltung

·         Durchführung gemeinsamer Gruppengespräche und Kinderkonferenzen, in denen die Kinder lernen ihre Anliegen vorzutragen, zu diskutieren und durchzuführen

Die Verwirklichung dieser Ziele ist auf die Einbeziehung und tatkräftige Unterstützung der Eltern angewiesen.

3.3.      Bildung

Bildung beginnt mit der Geburt! Täglich erweitern die Kinder ihr Wissen und lernen etwas Neues dazu. Diese Bildungsprozesse werden von uns begleitet und gestaltet. All das ist Vorbereitung auf das Leben und damit auch auf die Schule.

Durch das genaue Beobachten finden wir heraus, welche Interessen und Bedürfnisse die Kinder haben. Dies bedeutet:

·         hören, welche Fragen sie stellen

·         sehen, was sie spielen und malen

·         Informationen von Eltern einholen

Gemeinsam mit den Kindern besprechen wir Fragen, Ideen und Wünsche im Hinblick auf das Thema und die damit verbundene Wissenserweiterung. Die Kinder haben Zeit in die Themen einzutauchen und sie mit allen Sinnen zu erkunden.

Durch die große Altersspanne erhalten alle Kinder vielfältige Anregungen voneinander. Die Älteren lernen unterschiedliche Fähigkeiten und Bedürfnisse zu respektieren und einzubeziehen. Die Jüngeren beobachten intensiv die Älteren und versuchen deren Fertigkeiten zu spiegeln. Entsprechend ihrem Entwicklungsstand nehmen sie aktiv oder beobachtend am Gruppengeschehen und Angeboten teil.

Vorschule

Im letzten Kindergartenjahr geben wir den Kindern die Möglichkeit spielerisch in die Rolle des Schulkindes hinein zu wachsen. Besonders wichtig dabei betrachten wir

·         Förderung der Selbständigkeit in der Alltagsbewältigung

·         Begleitung der Entwicklung von Ausdauer und Frustrationstoleranz

·         Stärken der feinmotorischen Fähigkeiten

·         Förderung der Sprachfähigkeit, insbesondere Würzburger Sprachprogramm und Vorkurs Deutsch in Zusammenarbeit mit den Schulen

Dafür wird eine Vorschulgruppe gegründet, die sich wöchentlich trifft und anhand der Interessen der Kinder zu speziellen Themen arbeitet. Es werden Übungsblättern und Spiele angeboten, welche die Feinmotorik, das logische Denken und Kombinieren, die Erinnerungsfähigkeit sowie die Konzentration und Ausdauer fördern. Zudem werden gemeinsame Aktionen gemacht, welche die Vorfreude und Neugierde auf die Schule wecken und in Kooperation mit der Schule ein Schnuppertag gemacht.

3.4.      Spracherziehung und Kommunikation

Sprache ist der Schlüssel zur Welt! Das Kind wird befähigt mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten und seine Emotionen, Bedürfnisse sowie Wünsche zu verbalisieren. Dadurch kann es sich aktiv am Alltag beteiligen und Entscheidungsprozesse mitgestallten.

Dies geschieht durch eine anregende und kindgerechte Atmosphäre, die Freude am Sprechen weckt. Dabei spielen das Vorlesen, Erzählen und Nacherzählen von Geschichten, Buchbetrachtungen, Rollenspiele, Lieder, Fingerspiele und Reime eine tragende Rolle. In großen und kleinen Erzählrunden stärken wir die Entwicklung der Ausdrucksfähigkeit und das Selbstbewusstsein. Hier bekommen die Kinder die Möglichkeit über Wochenenderlebnisse, freudige und traurige Ereignisse sowie Befindlichkeiten zu berichten.

Wir berücksichtigen bei unserer pädagogischen Arbeit die besonderen Bedürfnisse von Kindern die zwei- oder mehrsprachig aufwachsen.

3.5.      Motorik und Bewegung

Kinder haben das natürliche Bedürfnis sich zu bewegen. Dafür geben wir den Kindern täglich Raum und Zeit.

Mit vielfältigen Angeboten werden Kompetenzen wie die Fein- und Grobmotorik sowie das Miteinander erprobt, gefestigt und erweitert. Durch die ganzheitliche Körpererfahrung schult das Kind alle Sinne, gewinnt an Selbstvertrauen und Stabilität. Es lernt sich selbst und seine Fähigkeiten kennen.

Dies geschieht unter anderem durch regelmäßige Ausflüge auf die umliegenden Spielplätze bzw. Parks. Die Kinder gehen auf natürlich geformten, sich immer wieder verändernden Bodenstrukturen, sie balancieren, sie klettern, bauen, buddeln, schaukeln, rutschen, erklimmen Berge und laufen oder kugeln sie wieder hinunter.

Im Gruppenraum bieten unsere freibeweglichen Bänke und Hocker den Kindern die Möglichkeit Bewegungslandschaften zu gestalten. Dabei schieben, ziehen und tragen die Kinder allein oder gemeinsam die einzelnen Elemente um dann darauf zu balancieren, zu stehen, darüber zu kriechen oder herunterzuspringen.

Eine nahe gelegene Sporthalle wird einmal die Woche aufgesucht.

3.6.      Umwelt- und Naturbegegnung

Kinder dürfen mit allen Sinnen die Natur wahrnehmen und mit uns gemeinsam intensiv die Jahreszeiten erleben.

Uns ist es wichtig, dass sich alle Kinder nahezu täglich an der frischen Luft bewegen. Dazu nutzen wir die nahegelegenen Spielplätze, den Neuhofener Park und das reichhaltige Angebot in München und Umgebung.

Wir verdeutlichen das Zusammenspiel von Sonne, Luft, Wasser und Erde und fördern den bewussten Umgang mit Ressourcen (wie z.B. Wasser und Strom, Müllvermeidung und -trennung) sowie einen verantwortlichen Umgang mit der Natur und ihren Lebewesen. Wir unterstützen die Kinder heimische Tiere und Pflanzen kennenzulernen.

Einmal im Monat unternehmen wir mit einer Kleingruppe einen besonderen Ausflug (Orte in der Natur, Spielplatz, Isar oder auch Bücherei, Theater, Museum, etc.) der im Vorfeld mit den Kindern zusammen geplant wird.

4.     Schlüsselprozesse

4.1.      Eingewöhnung

Wer ein „Igelchen“ werden möchte, kann sich vorab bei einem kleinen Besuch ein erstes Bild von unserem pädagogischen Team, unseren Kindern und unseren Räumlichkeiten machen. Diese erste Schnupperstunde ist der Beginn der Eingewöhnung des Kindes, deren Ablauf nun kurz beschrieben werden soll:

Wir arbeiten in Anlehnung an das Münchner Modell. Dabei begleitet eine feste Bezugsperson das Kind in der Anfangsphase und steht ihm als sichere Basis zur Seite. Hierbei ist auch die Kindergruppe involviert, indem ein größeres Kind die Patenschaft für das „neue Kind“ übernimmt. Damit die Eingewöhnung gelingt, ist es für uns wichtig ein gutes Bild vom Kind und dessen Vorlieben, Bedürfnissen und Vorerfahrungen zu erhalten. Diese Punkte sind daher am ersten Tag der Eingewöhnung der Inhalt eines ausführlichen Aufnahmegesprächs zwischen der Bezugsperson und dem eingewöhnenden Elternteil. Das Kind ist mit dabei und knüpft in unserem Gruppenraum evtl. erste Kontakte zu den Kindern. In den darauffolgenden Tagen wird es diese ausweiten und spielerisch den Gruppenraum entdecken. Das Elternteil ist dabei ebenfalls immer anwesend, hält sich jedoch etwas im Hintergrund und gibt der Bezugsperson somit die Möglichkeit das Vertrauen des Kindes zu gewinnen, indem sie sich um dessen Belange kümmert.

Fühlt sich das Kind im Spiel wohl, kann es nach einer Verabschiedung vom Elternteil kurze Zeit alleine bei uns verbringen. Kommt es mit dieser Situation gut zurecht, wird diese Zeitspanne in den nächsten Tagen verlängert und die Anwesenheit des Elternteils in der Gruppe verkürzt bis sich beide schließlich bereits an der Tür verabschieden und das Kind schrittweise einen immer längeren Anteil des Tages in der Einrichtung verlebt. Wie lange der Prozess der Eingewöhnung dauert, ist abhängig vom Alter und der Individualität des Kindes und erfolgt immer in regelmäßigen Absprachen mit den Eltern. Es ist uns daher ein Anliegen, dass die Eltern bzw. der eingewöhnende Elternteil genügend Zeit (mind. 3-4 Wochen) für diesen wichtigen und prägenden Lebensabschnitt des Kindes einplant und versucht familiäre Veränderungen (wie z.B. Umzug oder Urlaub) zu vermeiden.

4.2.      Partizipation und Beschwerdemanagement

Partizipation ist die Beteiligung im Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmung. Wir kommen mit den Kindern ins Gespräch, tauschen Interessen aus, besprechen Probleme und suchen Lösungen. Jedes Anliegen der Kinder nehmen wir ernst und nehmen uns dessen an. Die Kinder werden nach ihrer Meinung gefragt und befähigt ihre Meinung zu erforschen und zu formulieren. Sie erleben, dass sie eine Stimme und somit die Möglichkeit haben, etwas zu verändern. Dies bildet die Grundlage unseres Verständnisses und unserer Umsetzung von Partizipation und Beschwerdemanagement.

Kinder können sich z.B. entscheiden an einem Angebot nicht teilzunehmen, auch wenn die Erwachsenen das gerne möchten. Um Vorlieben oder Abneigungen zu erkennen und dabei jedes Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen zu sehen und zu fördern, achten wir aufmerksam auch auf nonverbale Interaktionen, Mimik und Gestik. und sind jederzeit Ansprechpartner für Ideen, Nöte, Vorschläge, Kritik und Beschwerden der Kinder.

Partizipation und Beschwerdemanagement erleben die Kinder zum Beispiel, wenn sie:

·         beim Mittagessen entscheiden was und wie viel sie essen möchten

·         im Freispiel wählen wo, was, mit wem und wie lange sie spielen möchten

·         Feste und Aktivitäten planen

·         Regeln gemeinsam erarbeiten

·         Ausflugsziele besprechen und auswählen

·         demokratische Abstimmung erleben

·         in Kinderbesprechungen Raum bekommen mitzuteilen, was ihnen Spaß macht, was sie ärgert oder nervt und was sie öfter machen möchten

·         jederzeit ein offenes Ohr für ihre Angelegenheiten finden und diese umgehend besprochen und geklärt werden

·         die Möglichkeit haben Beschwerden durch Bilder oder mit Hilfe einer Betreuungsperson in einem Buch festzuhalten, welche dann zeitnah behandelt werden

4.3.      Kinderschutz

Die Leitung der Einrichtung ist benannte Kinderschutzbeauftragte nach §8a (Umsetzung der Münchner Grundvereinbarung). Durch regelmäßigen Austausch über die gemachten Beobachtungen sowie Fortbildungen wird das gesamte Team für dieses Thema sensibilisiert.

Derzeit wird ein Kinderschutzkonzept erarbeitet, dass die Themen Sexualpädagogik, Prävention und Verfahrensabläufe beschreibt (geplante Fertigstellung Ende 2018).

4.4.      Beobachtung/Dokumentation

Die Beobachtung von Lern- und Entwicklungsprozessen bildet eine wesentliche Grundlage unserer pädagogischen Arbeit.

Um die Stärken und Bedürfnisse der Kinder zu erkennen und das pädagogische Handeln danach ausrichten zu können, ist ein aufmerksamer Blick unerlässlich. Die Beobachtungen werden schriftlich festgehalten und dienen als Grundlage für Entwicklungsgespräche mit den Eltern. Beobachtungsbögen wie SISMIK, SELDAK und PERIK werden gemäß den rechtlichen Vorgaben für alle Kinder verwendet. Weiterhin orientieren wir uns an Kuno Bellers Entwicklungstabelle. Bei Bedarf ist uns der Austausch mit unterstützenden Einrichtungen (Frühförderstelle, Ergotherapie, Logopädie etc.) wichtig.

4.5.      Zusammenarbeit mit den Eltern

Wir wünschen uns ein vertrauens- und verständnisvolles Miteinander, bei dem sich Familie und Kindertagesstätte füreinander öffnen, ihre Erziehungsvorstellungen austauschen und zum Wohle des Kindes kooperieren. Bedeutend hierfür ist, dass wir regelmäßig mit den Eltern im Gespräch bleiben und so die unterschiedlichen Lebens- und Familiensituationen eines jeden Kindes besser verstehen und begleiten können.

Dieses Miteinander und die gegenseitige Akzeptanz als kompetente Erziehungspartner ist eine wichtige Voraussetzung für eine harmonische Atmosphäre und Bestandteil für die gemeinsame Bildungsarbeit.

Durch die besondere Struktur einer Elterninitiative und den damit verbundenen Elterndiensten erhalten die Eltern einen sehr guten Einblick in unsere pädagogische Arbeit und es entsteht eine nahe Erziehungspartnerschaft.

Weitere wichtige Voraussetzungen dafür sind:

·         ein ausführliches Aufnahmegespräch

·         regelmäßiger Austausch sowie eine individuelle Gestaltung der Eingewöhnungszeit

·         Tür- und Angelgespräche zum regelmäßigen Informationsaustausch

·         einmal jährlich stattfindende Entwicklungsgespräche

·         Beratung und Unterstützung

·         regelmäßig stattfindende Elternabende

·         gemeinsame Feste

·         Transparenz unserer Arbeit, z.B. durch den täglichen Aushang, welcher einen Einblick in den Gruppenalltag gibt

·         Informationen für alle Eltern im Eingangsbereich (Essensplan, Urlaubs- und Wäscheliste)

·         aktuelle Infos an der Gruppenraumtür

4.6.      Rituale und Feste

Der Alltag in unserem Kindergarten ist geprägt von regelmäßigen Strukturen (beispielsweise Essens-, Wickel-, Freispiel- und Ruhezeiten) und Ritualen wie z.B. dem Morgenkreis und dem wöchentlichen Musikkreis. Hierfür wird die Gruppe in altershomogene Gruppen geteilt. Die Kleinsten erleben bei Finger- und Kreisspielen, in ruhiger Atmosphäre Spaß und Freude an Sprache und Musik. Wiederholungen spielen hierbei eine große Rolle. Die „Großen“ (ab ca. drei Jahren) singen, tanzen und musizieren zu einem bestimmten Thema.

Feste und Feiern gehören zum Kindergarten wie das Spiel der Kinder. Sie sollen Höhepunkte innerhalb des Jahres sein, an die sich die Kinder und ihre Familien auch später noch gerne erinnern. Dabei möchten wir die Feste und ihre Gestaltung kennenlernen, die in den Familien der Kinder wichtig sind.

Regelmäßige Feste

·         St. Martin bzw. Lichterfest

·         Nikolaus

·         Weihnachtsfeier

·         Fasching

·         Ostern

·         Elternfest (Zusammenlegung von Vater- und Muttertag)

·         Sommerfest

·         Geburtstage

Zu Beginn des Kindergartenjahres wird gemeinsam mit den Eltern festgelegt, welche dieser Feste wir mit Anwesenheit der Eltern und welche wir alleine in der Gruppe feiern.

An unserem Geburtstagskalender können die Kinder anhand von Fotos und den eingetragenen Daten erkennen, welcher Geburtstag als nächstes ansteht. Der Verlauf der Geburtstagsfeier ist für alle Kinder gleich, wobei individuelle Wünsche einfließen und berücksichtigt werden.

Übergänge und Verabschiedung

Verlässt ein Kind oder eine Betreuungsperson die Igelchen, wird ein gemeinsames Abschiedsfest gefeiert. Ziel ist es, auf die schöne gemeinsame Zeit zurückzublicken sowie demjenigen alles Gute für die Zukunft zu wünschen. Je nach Ausscheidungszeitpunkt feiern die Kinder einzeln oder auch gemeinsam mit der gesamten Gruppe.

Ein besonderes Ereignis, das wir jährlich feiern, ist das Verabschieden unserer Vorschulkinder kurz vor Schulbeginn.

5.     Zusammenarbeit im Team

Unsere gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit im Team sowie ein hohes Maß an gemeinsamen pädagogischen Überzeugungen und Wertvorstellungen ist eine Grundvoraussetzung für das Gelingen unserer pädagogischen Arbeit.

Jedes Teammitglied kann und soll sich mit all seinen Ideen, Stärken und Fähigkeiten in die Arbeit einbringen. Dies setzt voraus, dass wir uns gegenseitig tolerieren, akzeptieren und vertrauen. Wir legen Wert auf Offenheit und Flexibilität, Zuverlässigkeit und gegenseitige Unterstützung. Ebenso wichtig ist uns Kritik-, Reflexions- und Kompromissbereitschaft.

Dies erreichen wir durch:

·         ständigen Austausch, sowohl in wöchentlichen Teamsitzungen, als auch im täglichen Miteinander

·         gemeinsame Erarbeitung und Überprüfung des pädagogischen Konzeptes

·         Jedes Teammitglied übernimmt Verantwortung für einzelne Bereiche, für die Gruppe, die gesamte Einrichtung und für das einzelne Kind

·         Absprachen und Regeln werden von allen eingehalten

·         anstehende Arbeiten und Aufgaben werden gemeinsam bewältigt oder in Zuständigkeitsbereiche verteilt

·         regelmäßige Fortbildungen und Multiplikation derselben im Team

·         bedarfsorientierte Vernetzung und Inanspruchnahme zu beratenden und unterstützenden Ansprechpartnern, z.B. Frühförder- und Beratungsstellen sowie nahe gelegenen Schulen und Kindergärten, etc.

·         Motivation, Freude und Engagement für unsere Arbeit

·         Um eine stetige Qualitätssicherung zu garantieren sind wir jederzeit bestrebt uns als Team weiterzuentwickeln.